Heute konzentriert sich Design immer weniger auf die Konzeption und gestalterische Realisierung eines einzelnen Objektes. Vielmehr hat die Idee eines erweiterten Designverständnisses gesellschaftliche und politische Fragen in den Fokus gerückt – vor allem danach, wie Zukunft unter den Bedingungen einer veränderten Gegenwart gestaltet werden kann: Es gilt soziale und gesellschaftliche Probleme noch stärker als Designaufgabe zu begreifen, um Zukunft positiv mit zu gestalten.

Im weitesten Sinne stellt die Salonkultur des 18. und 19. Jahrhunderts, in der private Gesellschaftsräume mehr und mehr zum intellektuellen Austausch geöffnet wurden, Vorbild des Design Salon dar. Eingeladen waren hier nicht nur Freundinnen und Bekannte, sondern zunehmend auch „geistig Verwandte“. Diese neue, meist von Frauen gebildete halb private Öffentlichkeit trug in der Vergangenheit zum „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (Habermas) bei und kann heute in neuer Form Reflexionen über gesellschaftlich relevante Themen – beispielsweise zur demokratischen Verfasstheit unserer Gesellschaft – anstoßen.