Retrotopia

Design for Socialist Spaces

25.03.2023 bis 16.07.2023

Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin

Design: cyan Berlin

Das kooperative Ausstellungsprojekt beschäftigt sich mit der Rolle und dem Einfluss von Design in den Ländern des ehemaligen Ostblocks und Ex-Jugoslawiens von den 1950er bis in die 1980er Jahren. Ein innovatives Netzwerk aus Kurator:innen ermöglicht neue und überraschende Einblicke in die komplexen Schichten der Designlandschaft einer Region, die einem breiteren (und vor allem dem westlichen Publikum) bis heute nicht bekannt ist. Mit ihren umfangreichen Recherchen tragen die Akteur:innen von Retrotopia entscheidend zu einem neuen Blick auf die globale und dekoloniale Designgeschichte bei. 

Retrotopia. Design for Socialist Spaces folgt somit dem Impuls der Spurensuche: Wie sah die Gestaltung der Lebenswelten in den ehemaligen sozialistischen Ländern zwischen Tallin und Zagreb aus? Welche Rolle spielte ‚Design‘ in diesen Diskursen und Praktiken zwischen Fortschrittsoptimismus und humaner Umweltgestaltung? Mit welchen gesellschaftlichen Herausforderungen sahen sich die Designer:innen konfrontiert und welche Visionen trieben sie um? 

Auf Initiative des Berliner Kunstgewerbemuseums haben elf Teams aus Tallin, Vilnius, Warschau, Budapest, Prag, Brno, Bratislava, Kyjiw, Ljubljana, Zagreb, Eisenhüttenstadt und Berlin in einem co-kuratorischen Prozess an der Ausstellung gearbeitet. Entstanden sind elf Designkapseln mit jeweils zwei Projekten: eines repräsentiert den öffentlichen, eines den privaten Raum. Zukunftsentwürfe bedürfen einer räumlich-visuellen Konkretisierung, damit sie gesellschaftliche Wirksamkeit entfalten können. Insofern können diese elf Designkapseln auch als eine Art Gradmesser für die Verwirklichung der damals visionären Versprechen interpretiert werden.

Das Retrotopia-Archiv kontextualisiert die Ausstellung: In einer Art Recherche-Auslegung werden die unterschiedlichen Institutionen und Plattformen sichtbar, in denen die Gestalter:innen agierten, durch die sie miteinander kommunizierten und auf denen sie ihre Arbeiten und Projekte veröffentlichten. Das Retrotopia-Archiv verdeutlicht, dass es eine rege und vernetzte gestalterische Design-Praxis sowohl innerhalb des ehemaligen Ostblocks und Ex-Jugoslawiens als auch durch den „Nylon Curtain“ (György Péteri) hindurch gab.